Die Stadt Klütz

 

Die Geschichte der Stadt Klütz ist untrennbar verbunden mit der Entwicklung des gesamten Klützer Winkels. Die Stadt Klütz liegt im Norden des Kreises Nordwest-Mecklenburg, etwa 12 km von der Kreisstadt Grevesmühlen und 3 km von der Ostseeküste entfernt.

 

Solange man den Klützer Kirchturm sieht, befindet man sich im Klützer Winkel, sagt der Volksmund.
Seit Jahrtausenden ist dieses Gebiet Siedlungsraum, schon während der Jungsteinzeit und nachfolgenden Bronzezeit siedelten hier Menschen. Nach vielen Wechseln wurden seit dem 3. Jahrhundert slawische Stämme hier seßhaft, Klütz, Parin, Gutow und Welzin sind dafür Beispiele.
Ab Mitte des 12. Jahrhunderts gelangte der Nordwesten Mecklenburgs in den Einflussbereich deutscher Siedler.

 

Die dichten Eichen- und Buchenwälder, von denen uns die „Barbarossa-Urkunde“ von 1188 als dem „silva cliuz“ – Wald bei Klütz – berichtet, wurden nach und nach abgeholzt. Die Namen vieler Dörfer mit der Endunghagen weisen auf Rodungsdörfer hin, wie Damshagen, Arpshagen, Grundshagen, Stellshagen und Warnkenhagen. Im Ratzeburger Zehntenregister von 1230 werden die Kirchspiele Clutse, Thomashagen (Damshagen), Elmenhorst und Calchhorst bereits als zentrale Orte erwähnt.

Vom 14. bis 17. Jahrhundert übte das Rittergeschlecht derer „von Plessen“ die Macht im Klützer Winkel aus. Ihre Herrschaft endete für viele Dörfer um Klütz erst Anfang des 18. Jahrhunderts, als die Brüder „von Bothmer“ weite Teile des Klützer Winkels aufkauften und mit einem Grundbesitz von etwa 7000 ha zum größten Grundbesitzer der Umgebung wurden. Sitz der Grafen von Bothmer wurde das 1726 nach englischem Vorbild errichtete Schloß. Diese einmalige barocke Schloßanlage von 11,7 ha wurde zum Wahrzeichen der Schloßstadt Klütz. Der Schloßpark und die einzigartige 250 Jahre alte Festonallee aus spalierartig gezogenen und beschnittenen Linden bilden eine unvergessliche Kulisse für den alljährlichen kulturellen Höhepunktdem Musiksommer Mecklenburg-Vorpommern.

 
 

Die Stadt Klütz lag schon damals auf der halben Strecke zwischen Wismar und Lübeck, und ist somit zu einem wichtigen Ort für die Handelsreisenden geworden. Ein beliebter Anziehungspunkt ist der Marktplatz, als Rastplatz für die Händler gewesen. Die Grafen von Bothmer förderten Handwerk und Handel, so besaß Klütz von 1713 bis 1924 die Marktgerechtigkeit als einziger Flecken im ritterschaftlichen Einflußgebiet. Der alljährlich seit etwa 1660 durchgeführte Markttag am ersten Donnerstag im Oktober spielte dabei für Klütz und Umgebung eine ganz besondere

 

Rolle. 1873/74 wurde die erste feste Straße nach Grevesmühlen gebaut und bereits am 6. Juni 1905 der Eisenbahnverkehr Klütz – Grevesmühlen aufgenommen (nicht in Betrieb). Am 1.4.1938 erhielt Klütz das Stadtrecht. Mit ca. 1300 Einwohnern bildete Klütz die kleinste Stadt Mecklenburgs. In Folge des 2. Weltkrieges verdoppelte sich die Einwohnerzahl. In den 50er Jahren wurden der Stadt Klütz die Ortsteile Niederklütz, Steinbeck, Grundshagen, Kühlenstein, Goldbeck, Arpshagen, Hofzumfelde, Christinenfeld, Eulenkrug, Tarnewitzerhagen, Oberhof und Wohlenberg angeschlossen. Heute hat die Stadt Klütz 3.164 Einwohner.

Der Klützer Winkel ist reich an Naturschönheiten und Kulturdenkmalen. Ein unverkennbares Zeichen in unserer Stadt ist die aus Backstein gebaute Hallenkirche. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet und seine Kirchturmspitze wird mit einer Bischofsmütze verglichen. Eine wunderbare Aussicht bis hin zur Ostsee bietet die 1904 erbaute und 1983 – 1985 von Einwohnern renovierte Galeriemühle. Sehenswert ist das Pfarrhaus in der Predigerstraße, welches 1730 vom Schloßbaumeister Künnecke erbaut wurde. Hierbei handelt es sich um einen massiven Backsteinbau auf Feldsteinsockel mit Mittelrisalit und Eckquaderung.

 

In der Wismarschen Straße befindet sich das Küsterhaus, das 1727 erbaut wurde.1827 erfolgte der Dachausbau. Im 18. und 19. Jahrhundert diente dieses Gebäude neben der Organistenwohnung auch der Schule mit einem Raum für alle Klassen. Zwischen dem Klützer Schloß und dem Ortsteil Stellshagen, direkt am Rad- und Wanderweg gelegen, befindet sich ein Turmhügel. In Arpshagen ist in westlicher Richtung vom Schloß Bothmer eine mittelalterliche Burganlage, die sogenannte Plessenburg, die ein Wassergraben umgibt. Dieser wurde 1991 im Rahmen einer AB-Maßnahme wiederhergestellt.

 
 

Im Ortsteil Oberhof befindet sich ein Gutshaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem großen Landschaftspark, der einen wertvollen Baumbestand aufweist.
Schloß Kalkhorst, ein 1855/57 erbauter Backsteinbau mit englischem Landschaftspark sowie das Gutshaus Stellshagen sind äußerst sehenswert.

Klütz ist seit Jahrhunderten das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Klützer Winkels. Auch in Zukunft wird sich die Stadt Klütz als Zentralort mit Dienstleistungs- und Versorgungsfunktionen für die umliegenden Gemeinden weiterentwickeln. Die Stadt soll zu einem attraktiven Wohn-, Handels- und Gewerbestandort ausgebaut werden. Klützer Kinder besuchen die Kindertagesstätte, später die Regionalschule in Klütz oder das Gymnasium in Grevesmühlen. Im Herbst 1993 wurde ein Jugendklub eröffnet, der zum Anziehungspunkt für viele Jugendliche wurde. Die älteren Bürger werden im Seniorenclub betreut. Für sie entstand 1994 im Klützer Lindenring ein modern ausgestattetes Seniorenheim.

 
 

Ein reges Vereinsleben besteht in Klütz. Der Sportverein Klütz, der besonders in den Sektionen Fußball, Volleyball, Prellball und allgemeiner Frauensport aktiv ist, kümmert sich besonders um den Nachwuchs. Die Freiwillige Feuerwehr Klütz und der Klützer Carneval-Club prägen seit Jahrzehnten das kulturelle Leben in Klütz mit.

Der Heimatverein „Klützer Winkel“ widmet sich der Erforschung der Geschichte unseres Territoriums. Der Aufbau einer Heimatstube konnte schon erfolgreich abgeschlossen werden.

 
Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ befindet sich in einem ca. 1890 erbauten ehemaligen Getreidespeicher nahe dem Klützer Marktplatz. Es beherbergt eine Dauerausstellung über den Schriftsteller Uwe Johnson, die Stadtinformation und die Stadtbibliothek, darüber ist es ein Forum für kulturelle Aktivitäten.
Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ präsentiert auf vielfältige Weise – Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen, Workshops u. v. m. – die faszinierende Welt der Literatur. Es ist ein Haus für Literatur und eine Begegnungsstätte mit Literatur.
Weiteres unter:
www.literaturhaus-uwe-johnson.de
 
  

Seit 1958 gibt es die Niederdeutsche Bühne Klütz. Diese wurde von Alma Bodecker, Frieda und Anno Reichert und Richard Holst als Laienspielgruppe gegründet. Diese Bühne führt kleine Szenen in plattdeutscher Sprache auf. Leiter der Bühne ist Annegret Oppermann. 1951 wurde unter Leitung von Hans-Heinrich Westphal das Blasorchester Klütz gegründet. Es gestaltet Konzerte, Mecklenburger Abende, Tanzabende und andere musikalische Veranstaltungen. Die Stadt Klütz verfügt auch über eine Jagdhornbläsergruppe, seit Gründung unter Leitung von Karl-Heinz Pelz.

Auf dem Klützer Friedhof befindet sich das Cap Arkona Ehrenmal, das als Gedenkstein an 16 Tote von Klütz in der Lübecker Bucht erinnert. Der historische Stadtkern rings um den Markt wurde neu gestaltet, der Platz gepflastert und altertümliche Straßenlampen aufgestellt. Die Schmutz- und Regenwasserkanalisation wurde bereits verlegt. Über die zentrale Entwässerung werden die Abwässer in einer biologischen Kläranlage gereinigt. Damit wird sich die Wasserqualität des Klützer Baches und der Ostsee weiter verbessern.

 

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